Änderungsentwurf zum Bundesjagdgesetz

DJV begrüßt geplante Änderungen zu Schießübungsnachweis, Jägerausbildung und Jagdmunition. Reformvorschläge zum Ausgleich von Wald und Wild werden derzeit beraten. Eine Stellungnahme soll Mitte August vorliegen.

Das BMEL hat einen Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes vorgelegt. (Quelle: Hamann/DJV)

Das BMEL hat einen Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes vorgelegt. (Quelle: Hamann/DJV)

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat einen Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes vorgelegt. Darin enthalten sind Reformvorschläge zu drei, bereits in der vorangegangenen Legislaturperiode abgestimmte Themen: Jagdmunition, Schießübungsnachweis und Jägerprüfung.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt ausdrücklich den wissensbasierten und praxisorientierten Ansatz. Eine vereinheitlichte Jägerausbildung und -prüfung hat der DJV ebenso gefordert wie einen Mindestumfang für den Unterricht in Jagdschulen. Dieser soll nun bei 130 Stunden liegen, hinzu käme die Schießausbildung. Ebenfalls positiv bewertet der DJV die geplante bundesweite Einführung eines Schießübungsnachweises. Im Bereich Büchsenmunition soll nun der Ausstieg aus Blei im Zuge einer Minimierungsstrategie eingeleitet werden. Dabei wir die effektive Tötungswirkung sichergestellt.

Über den Koalitionsvertrag hinaus gehen geplante Änderungen des Bundesjagdgesetzes, die laut BMEL "einen angemessenen Ausgleich zwischen Wald und Wild herstellen sollen". Zu diesen Punkten beraten die Gremien des Dachverbandes der Jäger derzeit. Eine detaillierte Stellungnahme soll Mitte August vorliegen. Der DJV sieht die Jäger Deutschlands grundsätzlich in der Pflicht, auf Aufforstungsflächen die Jagd zum Schutz von Forstpflanzen zu intensivieren und so den Waldumbau zu fördern. Forstliche Schutzmaßnahmen sind allerdings ebenso notwendig. Junge Bäume benötigen beispielsweise Schutz vor schnell wachsenden Pflanzen wie Brombeere oder Adlerfarn. Ein Waldumbau nur mit dem Gewehr funktioniert nicht.

Dürre, Sturm und Schädlinge haben den Wald auf knapp 250.000 Hektar Fläche stark geschädigt und machen Aufforstungen notwendig - etwa eine Milliarde Bäume müssen gepflanzt werden. Hinzu kommen anfällige Monokulturen von Fichte und Kiefer. Sie machen 27 Prozent der deutschen Waldfläche aus. Damit daraus Mischwälder entstehen, müssen weitere fünf Milliarden junge Bäume gepflanzt werden. 

Positionen zum Waldumbau hat der DJV in einer aktuellen Broschüre zusammengefasst. Diese gibt es zum Herunterladen im Internet. Weitere Informationen zum Thema Wald und Wild gibt es hier: www.jagdverband.de/waldstrategie-2050.

  

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Jagdverbands (DJV) vom 31. Juli 2020, Berlin

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