Waschbären bundesweit in der Hälfte aller Jagdreviere nachgewiesen

Der Siegeszug des Waschbären scheint ungebremst anzudauern. Laut neuen Zahlen des Deutschen Jagdverbandes ist der invasive Kleinbär mittlerweile in mehr als 50 Prozent der bundesdeutschen Jagdreviere nachgewiesen.

Jungwaschbär auf Achse

Foto: edbo23

Der nordamerikanische Waschbär breitet sich rasant in Deutschland aus. In elf Jahren hat sich das Verbreitungsgebiet der Art mehr als verdoppelt. Das zeigen die neuesten Zahlen des WILD-Berichts für das Jahr 2017, welche der Deutsche Jagdverband (DJV) nun veröffentlicht hat. Während bundesweit 56 Prozent aller Reviere das Vorkommen der Raubtiere meldeten, hat der Waschbär sein Hauptverbreitungsgebiet in der Mitte und im Osten Deutschlands. So wurde der Kleinbär in 94 Prozent der Jagdreviere Sachsen-Anhalts gesichtet, in 89 Prozent der Reviere Brandenburgs und in 86 Prozent der hessischen Reviere.

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Die rasante Ausbreitung des Waschbären belastet die betroffenen Ökosysteme schwer. Als geschickter Schwimmer und Kletterer kann der Kleinbär viele andere, teils bedrohte Tierarten überlisten. Aus Sicht des DJV und auch der Europäischen Union ist ein gezieltes Management der invasiven Arten unabdingbar. Der Jagdverband betont dazu die Notwendigkeit einer scharfen Bejagung – auch und gerade mit der Falle. Immerhin wurden laut WILD-Bericht 36 Prozent der erlegten Waschbären mit Fallen erbeutet. Der Verband fordert deswegen „ein klares Bekenntnis von Politik und Naturschutzlobby zur Fallenjagd“. Es brauche außerdem bundeseinheitliche Standards für die Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten – denn: „Waschbären kennen keine Ländergrenzen.“

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