Von der Geschichte unserer jagerischen Wörter

Folgen Sie Burkhard Stöcker auf einen kleinen etymologischen Pirschgang durch unsere Jägersprache – Heute: Das Federwild

Jagdliches Stillleben (Symbolbild: iStock/stsvirkun)

Jagdliches Stillleben (Symbolbild: iStock/stsvirkun)

Ein Beitrag von Burkhard Stöcker, Stiftung Wald mit Wild in Mecklenburg-Vorpommern

Im heutigen und letzten Teil unserer kleinen Serie widmen wir uns dem Federwild:

Federwild

Fasan

Wahrlich einfach: Vogel aus der Gegend des Flusses Phasis – einem Zufluß des Schwarzen Meeres – obwohl auch dies nur eines von zahlreichen ursprünglichen Verbreitungsgebieten des Fasans ist, dass vom Schwarzen Meer bis nach Japan reicht. Interessant ist hier auch noch die Herleitung des wissenschaftlichen Namens „Phasianus colchicus“. Denn auch colchicus bezieht sich auf die Landschaft aus der der Fasan stammt: „Kolchis“ ist die Tiefebene am Ostrand des Schwarzen Meeres durch die der Phasis fließt!

Rebhuhn

Eine sprachliche Verwandtschaft zu Rebe scheint klar und ist sicherlich aus dem Weinberg als möglichem Lebensraum entstanden. Weiterhin besteht aber auch die Möglichkeit eines Ursprunges aus dem mittelniederdeutschen „rap“, was so viel bedeutet wie „schnell“, bezogen auf den pfeilschnellen Flug der Feldhühner.

Schnepfe

Wohl in einer Wortgruppe mit Schnabel zu sehen die lautmalend etwas Vorragendes, spitzes bezeichnen. Im Schwedischen heißt „snipa“: langes, schmales Boot.

Interessant ist im Zusammenhang mit der Schnepfe auch die Übertragung auf „Dirne“ und hier „auf den Schnepfenstrich“ gehen – übertragen wurde hier die abendliche Kontaktaufnahme junger Menschen und das anschließende Auftreten der „Dirnen“.

Elster

Entstammt möglicherweise aus der Wortsippe „Ecke“, mit Hinweis auf den langen spitzen Schwanz. Schwedisch: „skata“ = Elster, „skate“: vorspringende Landzunge, Wipfel.

Meise

Wahrscheinlich von einem im deutschen untergegangenen Adjektiv, germanisch: „maisa“ = klein, dünn oder auch norwegisch: „meis“ = schwächlicher, magerer Mensch

Adler

Aus der Zusammensetzung von „Edel-aar“ entstanden; mittelhochdeutsch: „Adel-are“ = adelige, edle Jagdvögel im Gegensatz zu „are“ = unedle Jagdvögel (Bussarde, Sperber)

Eule

Sicher aus einem den Laut der Vögel nachahmenden Begriff entstanden – um 1000 n. Chr. noch „uwila“ oder „huwila“.

Rabe

Ähnlich wie bei der Eule auch aus einer lautmalerischen Umschreibung hervorgegangen – indogermanisch „kra-p-no“.

Jagdliches Stillleben (Symbolbild: iStock/stsvirkun)

Logo der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern

Ein Beitrag von Burkhard Stöcker, von unserem Premiumpartner, der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern.

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