Unsere Wälder (XIV): Die Sächsische Schweiz – Traumziel für Wanderer und Jäger

Zwei Malern aus der Schweiz soll die wildromantische Landschaft in Sachsen ihren Namen verdanken. Tiefe Schluchten, atemberaubende Felslandschaften, wilde Wälder und eine ans Klima angepasste Pflanzen- und Tierwelt prägen den Nationalpark Sächsische Schweiz.

Sächsische Schweiz

Die Sächische Schweiz / Foto: Seaq68

Anton Graff und Adrian Zingg fühlten sich der Überlieferung nach an ihre Heimat erinnert, als sie – aus der Schweiz angereist – die Wald-Fels-Landschaft zwischen Dresden und Prag direkt an der tschechischen Grenze malten. Über 93,5 Quadratkilometer erstreckt sich der Nationalpark Sächsische Schweiz heute, der seit 1990 unter Naturschutz steht und vor allem für sein Elbsandsteingebirge bekannt ist.  
Entstanden ist dies aus einem riesigen Sandpaket, das das Meer während der Kreidezeit in einem fjordartigen Becken ablagerte. Der Sand verfestigte sich im Laufe der Zeit und wurde von tektonischen Kräften teilweise angehoben, wodurch die tiefen Klüfte entstanden. Frost, Bäche und Flüsse modellierten schließlich die heutige Felslandschaft.

Wandern auf den Spuren von Malern und Literaten

Bastei in der Sächsischen Schweiz

Die Bastei / Foto: jack104

Der Park zieht viele Wanderer an, die hier auch in den Genuss des Bergsteigens kommen wollen: Fast zwei Millionen Besucher kommen jährlich in die Sächsische Schweiz. Wegen seiner über 400 Kilometer markierten und gut ausgebauten Wanderwege ist der Nationalpark bei Wanderern überaus beliebt. Die Wege werden hier nie langweilig, weil die Landschaft mit ihren Felsen, Ebenen, Tälern und Wäldern so abwechslungsreich ist. 

Besonders beliebt ist der 112 Kilometer lange Malerweg, der schon Caspar David Friedrich, aber auch Literaten wie Hans Christian Andersen beeindruckt haben soll. Er beginnt in Pirna-Liebethal, führt rechts an der Elbe entlang durch den Nationalpark bis zur tschechischen Grenze und auf der anderen Seite der Elbe über fünf Tafelberge zurück nach Pirna. Wer diesen Weg wählt, kommt automatisch an den bekanntesten Landmarken der Sächsischen Schweiz vorbei: die Felsenburg Hohnstein aus dem 12. Jahrhundert liegen ebenso auf dem Weg wie die zerklüfteten Felsformationen der Schrammsteine und das beliebteste Ausflugsziel der Region, die Bastei mit ihrer Aussichtsplattform.

Klettern und Radfahren – Aktivurlaub im Nationalpark

Sächsische Schweiz

Das Elbsandsteingebirge / Foto: BlackPowder75

Auch Kletterausflüge gehören zu den beliebten touristischen Aktivitäten in der Sächsischen Schweiz. Hier ist es möglich, auf 1.134 frei stehenden Sandsteinfelsen das Gipfelglück zu suchen. 21.000 Kletterwege in zwölf verschiedenen Schwierigkeitsgraden stehen zur Verfügung. Hierbei gilt es allerdings, die sächsischen Kletterregeln zu beachten, denn auf dem empfindlichen Sandstein gilt beispielsweise ein Verbot von Klemmkeilen aus Metall. Wer sich als Anfänger noch nicht viel allein zutraut, besucht am besten eine der regionalen Kletterschulen, wo ortsansässige Bergsportler die Grundlagen vermitteln.

Bestimmte Wanderwege sind im Nationalpark Sächsische Schweiz als Radrouten ausgewiesen. Radfahrer sollten hier aber bedenken, dass die Wege wegen vieler steiler Anstiege, Engstellen, Bodenwellen und dann ebenso steiler Abfahrten durchaus anspruchsvoll sind. Das sollten Besucher, die die Region mit dem Rad erkunden wollen, sowohl bei der Einschätzung der eigenen Kondition als auch bei der Auswahl eines geländetauglichen Fahrrads beachten. Weitere Infos zu Ausflugszielen und Unterkünften in der Region finden Sie hier.

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Naturnahe Wälder unter besonderem Schutz

Fast 93 Prozent der Nationalparkfläche ist bewaldet. Der Wald wurde über Jahrhunderte genutzt und verändert. Ursprünglich bestand die Waldvegetation in der Sächsischen Schweiz vor allem aus Buchen, aber auch aus Eichen, Kiefern und Fichten. Je nach Nutzung und Bewirtschaftung des Waldes veränderte sich die Vegetation – Laubbäume gingen immer stärker zurück, zu DDR-Zeiten wurden dann in erster Linie Fichten in Monokultur angesiedelt. Seit der Wende 1990 wird der Wald wieder zum Mischwald umgebaut, mit dem Ziel, den Anteil der Laubbäume deutlich zu erhöhen.

Kiefer im Elbsandsteingebirge

Foto: Seaq68

Naturnahe Wälder blieben vor allem in den unzugänglichen Schluchten und oben auf den Felsriffen erhalten. Für diese weitestgehend vom Eingriff durch den Menschen verschont gebliebenen Flächen (54 Prozent des Nationalparks) gelten besondere Schutzmaßnahmen. Auf ca. 41 Prozent der Fläche werden die Waldbestände hingegen stabilisiert und renaturiert (Entwicklungszone). Nur fünf Prozent der Fläche wird dauerhaft gepflegt, beispielsweise zur Wegesicherung. Auf lange Sicht schreiben internationale Vorgaben vor, dass 75 Prozent der Fläche des Nationalparks dauerhaft ohne weitere Pflege sich selbst überlassen sein sollte.

Klimaextreme zwischen „oben“ und „unten“

Zu den Besonderheiten der Sächsischen Schweiz gehören die Klimaextreme: In den Schluchten ist es feucht und kühl, auf den Kuppeln und Felsriffen dagegen sonnig und windig, sodass zwischen „oben“ und „unten“ starke Temperaturunterschiede möglich sind. Farne, Flechten und Moose fühlen sich in der Sächsischen Schweiz ebenso wohl wie Orchideen und verschiedene Bergwaldpflanzen. 

Die Tierwelt in der Sächsischen Schweiz hat sich ans Klima angepasst: Wanderfalken, Uhus und Schwarzstörche brüten in den Felsen. Auch Eulen, Habichte, Spechte und Eisvögel kommen hier vor, außerdem Schlangen wie Kreuzotter und Ringelnatter, Feuersalamander sowie im Wasser Forellen und Lachse.

Als Jagdgast dabei sein

Gejagt wird in der Sächsischen Schweiz Rehwild, Rotwild, Schwarzwild, Muffelwild, Füchse, Stockenten, Marder und Dachse. Für Damwild und Muffelwild gilt eine Jagdzeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Es besteht die Möglichkeit, an der Jagd als Jagdgast teilzunehmen oder auch bei einer Gesellschaftsjagd dabei zu sein. Voraussetzung für die entgeltliche Jagdausübung ist der Besitz eines gültigen Jagdscheines und die Jagderlaubnis des privaten Revierinhabers oder des Forstbezirkes. Nähere Infos dazu finden Sie hier

In der Saison 2015/2016 wurde in erster Linie Schwarzwild (Stückzahl: 2175) und Rehwild (Stückzahl: 1459) erlegt. Geringere Anteile hatten Füchse (870), Dachse (173) und Muffelwild (154).

Hier gelangen Sie zu den ersten dreizehn Teilen unserer Waldserie:
Unsere Wälder (I): Der Bayerische Wald
Unsere Wälder (II): Der Schwarzwald

Unsere Wälder (III): Der Harz

Unsere Wälder (IV): Der Grunewald
Unsere Wälder (V): Der Pfälzerwald
Unsere Wälder (VI): Der Odenwald
Unsere Wälder (VII): Der Teutoburger Wald
Unsere Wälder (VIII): Der Thüringer Wald
Unsere Wälder (IX): Der Rheinhardswald
Unsere Wälder (X): Der Hunsrück
Unsere Wälder (XI): Das Erzgebirge
Unsere Wälder (XII): Wiener Wald
Unsere Wälder (XIII): Nationalpark Müritz

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