Die Jagd mit Pfeil und Bogen

Der deutsche Bogenjagd Verband e.V. (DBJV) stellt die Ausbildung zum Bogenjäger vor

Angehende Bogenjägerin beim Schuss auf die 2D-Rehbockscheibe (Foto: DBJV)

Angehende Bogenjägerin beim Schuss auf die 2D-Rehbockscheibe (Foto: DBJV)

Der deutsche Bogenjagd Verband e.V. (DBJV) bietet als Dachorganisation aller Bogenjagdvereine und Bogenjäger in Deutschland, seit seiner Gründung im Jahre 1999, Ausbildungs- bzw. Prüfungskurse zur Jagd mit Pfeil und Bogen an, die von ehrenamtlichen Ausbildern durchgeführt werden.

Die Ausbildungen zum Bogenjäger finden im Rahmen von Wochenendkursen statt, die sich nach dem „International Bowhunter Education Program“ (IBEP) richten, welches vor ca. 45 Jahren von der National Bowhunting Education Foundation (NBEF in USA) ins Leben gerufen wurde. Auch in den meisten anderen europäischen Staaten wird auf der Basis dieses Ausbildungsprogramms geschult und geprüft – jeweils in Verantwortung der nationalen Bogenjagdverbände sowie im Einklang mit den jeweiligen nationalen Jagdgesetzen.

Mittlerweile ist die moderne Jagd mit Pfeil und Bogen in 17 europäischen Ländern (inklusive Åland) als zusätzliche waidgerechte Jagdart akzeptiert und wird dort auch erfolgreich praktiziert. Trotz des Bogenjagdverbots in Deutschland ist es jedem zukünftigen Bogenjagdschüler anzuraten, im Vorfeld schon den deutschen Jagdschein erworben zu haben, da im Ausland zur legalen Ausübung der Jagd mit Pfeil und Bogen zumeist die Jagdlizenz des Herkunftslandes, für Deutschland also der gültige Jagdschein, gefordert wird.

Jan Riedel vermittelt den Lehrgangteilnehmern theoretische Kenntnisse über Pfeile und Bogen (Foto: DBJV)

Jan Riedel vermittelt den Lehrgangteilnehmern theoretische Kenntnisse über Pfeile und Bogen (Foto: DBJV)

Der Ausbildungskurs des DBJV vermittelt neben einer obligatorischen allgemeinen Einführung in die heutige Jagd mit Pfeil und Bogen ein breit gefächertes Wissen über die sichere und verantwortungsvolle Bogenjagd. Kenntnisse von Pfeil und Bogen, Vorbereitung auf die Jagd, Bogenjagdtechniken, der Pfeil-Treffer, die Wirkung der Jagdspitz etc. sind nur einige Themenbereiche, die den Lehrgangsteilnehmern vermittelt werden.

Die Prüfung

Der Kurs schließt mit einer theoretischen sowie einer praktischen Prüfung ab:

Die theoretische Prüfung wird im Multiple-Choice-Verfahren durchgeführt. Von 45 bogenjagdspezifischen Fragen müssen zum Bestehen mindestens 36 richtig beantwortet werden.

Bei der praktischen Prüfung wird auf eine 2D-Rehbockscheibe geschossen. Fünf von sechs Pfeile müssen dabei in die Kammer des Bockes treffen, wobei die vorgegebenen jagdlichen Schieß-Entfernungen zwischen etwa 10 und 25 Meter liegen. Die Schießprüfung muss alle 5 Jahre wiederholt werden.

Angehender Bogenjäger beim Schuss auf die 2D-Rehbockscheibe (Foto: DBJV)

Angehender Bogenjäger beim Schuss auf die 2D-Rehbockscheibe (Foto: DBJV)

Wichtig zu wissen ist, dass das Erlernen vom Schießen mit Pfeil und Bogen vom DBJV aus zeitlichen Gründen nicht angeboten werden kann!

Jan Riedel (Luis Hant), der 1. Vorsitzende des DBJV rät deshalb, sich bei einem erfahrenen Händler erstausstatten zu lassen, welcher die Ausrüstung auf den Schützen perfekt einstellt sowie an die ersten Schießversuche heranführt. Denn nach Meinung des Experten ist es im Rahmen einer perfekten Vorbereitung speziell für die Schieß-Prüfung unabdingbar, mit der eigenen Ausrüstung, die später auch für die Jagd verwendet werden soll, zu trainieren. Nur so sitzt während der Prüfung jeder Jagdpfeil in der Kammer der 2D-Wildtierscheibe.

„Man kann ca. mit 500 Euro für eine Grundausstattung rechnen“, meint Riedel. „Es ist ratsam, mit einem Compoundbogen-Einsteigermodel zu beginnen, bei dem die Auszuglänge und das Auszugsgewicht leicht verstellbar sind. Zu Beginn sollte der Bogen so leicht eingestellt sein, dass er mühelos in entspannter Schießposition 100-mal gezogen werden kann – ansonsten besteht die Gefahr, sich zum Beispiel die Schulter zu entzünden. Nach etwas regelmäßiger Trainingszeit, kann dann vom Schützen mit einem Innen-Sechskant-Schlüssel an den Wurfarmtaschen selbst das Zuggewicht hochgeschraubt werden. Darüber hinaus sollte der Compoundbogen, damit er auch später jagdlich genutzt werden kann, mindestens eine Zugkraft von 45 Pfund haben und nicht durchweg hell bzw. glänzend sein. Das Visier sollte für den Einstieg nicht mehr als 3 Pins haben. Bei der Pfeilauflage rate ich zu einer, welche recht fein einstellbar ist und bei der Pfeilabgabe herunterklappt. Des Weiteren ist man mit einem in der Länge und im Abzugsgewicht flexiblen Handgelenk-Release gut bedient.“

Als Gründungsmitglied des europäischen Bogenjagdverbandes ist nur der DBJV in Deutschland zum Prüfen gemäß IBEP berechtigt. Seit 1999 nahmen ca. 600 Jäger am Ausbildungs- und Prüfungskurs des DBJV teil. 

Kurs-Termine werden auf der Homepage des DBJV veröffentlicht. Der nächste Kurs findet aller Wahrscheinlichkeit nach am 24./25. Oktober 2020 in der Nähe von Augsburg statt. Je nach Nachfrage in den einzelnen Regionen, können die Prüfungsorte auch variieren. Die Kursgebühr inklusive der Schulungsunterlagen beläuft sich auf 240,00 € für Nicht-Mitglieder. DBJV-Mitglieder zahlen nur 210,00 € inkl. Schulungsunterlagen.

Die Zahl der Kursanfragen stieg insbesondere 2019, als das Umweltministerium des Landes Brandenburg ein Pilot-Projekt zum Erlegen von Wildschweinen mit Pfeil und Bogen in urbanen Bereichen befürwortete. „Leider hatte ein diffamierender und gezielt emotional gehaltener sowie mit Halbwissen gespickter Zeitungsbericht einer bekannten Tierschutzorganisation zur Folge, dass sich keine wissenschaftliche Institution zur notwenigen Begleitung meldete. Daher kam es zu keinem Projekt“, bedauert Jan Riedel den Verlust der Chance die Vorzüge der Bogenjagd, gerade im Hinblick auf die stark verringerte Gefährdung durch Querschläger bei der Verwendung von Jagdpfeilen in Relation zu konventionellen Jagd-Büchsengeschossen im urbanen Raum, wissenschaftlich nachweisen zu lassen.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des deutsche Bogenjagd Verband e.V. (DBJV).

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