Die Heilkraft der Wildtiere

Teil 1: Mythos und Medizin

Regal mit Apotheker-Flaschen (Symbolbild: analogicus)

Regal mit Apotheker-Flaschen (Symbolbild: analogicus)

„Bei Beginn des epileptischen Anfalls soll dem Kranken ein Riemen, der aus frischem Hirschleder geschnitten ist, um den Hals gebunden werden, während durch die behandelnde Person die Hl. Dreifaltigkeit beschworen wird“. Dieses „probate“ Rezept gegen epileptische Anfälle findet sich in einer Schrift des Erhart Hesel, einem Arzneibuch aus dem 15 Jhd.

Vieles was in früheren Zeiten heilsam schien, wird von der modernen Wissenschaft inzwischen in Frage gestellt. Beim Studium alter, medizinischer Schriften begegnen wir manchen - aus unserer heutigen Sicht - zuweilen sehr obskur anmutenden Rezepten und Heilempfehlungen. Die einleitende Empfehlung von Erhart Hesel ist daher typisch für manche Heilempfehlungen aus der „guten alten Zeit“.

In Altertum und Mittelalter gingen Mystik und Heilanwendung oft Hand in Hand. So finden wir in den alten Schriften viele Heilmittel von Tierarten, die auch im täglichen Kult der Menschen große Bedeutung hatten.

Heute ist jedoch die Heilwirkung, die aber gewiss von vielen Teilen der Wildtiere ausgehen kann, fast völlig in Vergessenheit geraten. Hochinteressant und auch aus heutiger Sicht zu einem guten Teil hochaktuell sind viele Heilempfehlungen der Hildegard von Bingen. Die berühmte Äbtissin, Theologin und Gelehrte lebte von 1098 –1179.  Wenn auch heute „heiligengleich“, wurde sie nie offiziell heiliggesprochen.

Hildegard von Bingen verfasste, neben bedeutenden theologischen Schriften, auch etliche Bücher über die Wirkungen der Naturkräfte auf den Menschen. Sie maß praktisch allen Erscheinungen der Natur Bedeutung für die menschliche Existenz bei. Steine, Bäume und Blumen gehörten genauso dazu wie zahlreiche Vögel und Wildtiere. Im Folgenden werden wir daher gelegentlich auch auf die Empfehlungen der „heiligen Hildegard“ eingehen.

Lesen Sie morgen, im zweiten Teil unserer Serie, welche heilenden Kräfte dem König des Waldes, dem Rothirsch zugeschrieben wurden.

Logo der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern

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Ein Beitrag von Burkhard Stöcker für unseren Premiumpartner, die Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern.

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