Die Heilkraft der Wildtiere Teil 3

Der Steinbock – Die wandelnde Apotheke des Alpenraumes 

Ein Steinbock (Foto: Felix Mittermeier)

Ein Steinbock (Foto: Felix Mittermeier)

Das Steinwild galt vielen Bewohner der Bergwelt als Symbol für Widerstandskraft und Gesundheit. Es trotzte scheinbar unbeeindruckt den Unbilden des alpinen Winters und bewegt sich mit souveräner Gewandtheit in der wildesten Bergwelt.

Kein Wunder, dass seinen Körperteilen die wundersamsten Kräfte nachgesagt wurden. Der Glauben an diese Kräfte ging im alpinen Klerus soweit, dass die Bischöfe von Salzburg eine eigene „Steinbock Apotheke“ betrieben. In ihr wurde jegliches erdenkbare Teil des Steinbockes als potenziell heilsam inventarisiert. Dies ging so weit, dass sogar den sogenannten „Herzkreuzchen“ (Verknöcherungen an der Herzschlagader) heilsame Kräfte zugeschrieben wurden.

Am bekanntesten sind aber beim Steinbock die Bezoarkugeln, die dieser offenbar viel regelmäßiger in sich trägt als der Rothirsch. Um den Hals getragen sollten selbige Kugeln den Bergler nicht nur schwindelfrei machen, sondern auch unverwundbar – Bezoarkugeln gegen Kugeln!

Deutlich weniger euphorisch betrachtete Hildegard von Bingen die Heilwirkungen des Steinbockes. Vom Verzehr des Fleisches hielt sie nichts, weder für Gesunde noch für Kranke. Ganz anders beurteilt sie jedoch das gesamte Fell und vor allem das Fleisch und Fell des Schwanzes. Ersteres sollte zu Gürteln und Schuhen verarbeitet „die Gesundheit erhalten“, zweiteres sollte in Wein eingelegt gegen vergiftete Speisen helfen. Und auch das Horn sollte als Messergriff verarbeitet beständig die Gesundheit erhalten.

 

Teil 4 unserer Reihe „Die Heilkraft der Wildtiere“ widmet sich morgen dem Murmeltier.

Logo der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern

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