Der Klimawandel beeinflusst die Forstwirtschaft

Wald

Im Frühling gilt es für Waldbesitzer und Forstleute besonders, im Wald die Augen aufzuhalten. Gerade hier wirkt sich der Klimawandel stark aus – was die Forstwirtschaft nicht einfacher macht. So sind die Monate Februar und März die Hauptpflanzzeit. Denn auch in Zeiten einer möglichst angestrebten Naturverjüngung und ohne große Kahlschläge wird gepflanzt – es ist nur differenzierter geworden. Durch Sturmwurf entstandene Kahlflächen werden aufgeforstet, in bestehende Naturverjüngungen werden Mischbaumarten eingebracht und kleinere Bestandslücken werden ausgepflanzt. In Zeiten des Klimawandels gilt hier: Wer streut, rutscht nicht! Das heißt, mehrere Baumarten werden trupp- bis horstweise gemischt, damit ein artenreicher und strukturreicher Wald Trockenheit, Stürmen und Schadinsekten Paroli bieten kann.

Jungpflanzen müssen in der Regel auch vor Wildverbiss geschützt werden. Gatter gilt es auf ihre Dichtheit zu kontrollieren, bevor Gras und Laub sprießen. Einzelschutzmaßnahmen können für ganze Pflanzen oder nur die Gipfelknospen angewendet werden. Frisch aus Baumschulen stammende Pflanzen erfreuen sich aufgrund der dortigen Düngergaben beim Wild großer Beliebtheit, wenn sie erst einmal im Wald ausgebracht wurden. Mit einer schwerpunktmäßigen Bejagung an durch Verbiss gefährdeten Flächen können sich Jäger hier einbringen.

Welche Baumarten bei der Begründung und Durchmischung der Wälder zum Zuge kommen, könnte ganz einfach sein, überließe man die Entscheidung den kundigen Waldbesitzern und verantwortlichen Forstleuten. Aber auch hier versuchen Ideologen des ehrenamtlichen und beamteten Naturschutzes die Deutungshoheit zu erlangen: Sie meinen, nur die heimischen Baumarten und hier vor allem das Laubholz könne dies leisten. Die aus Nordamerika stammende Douglasie, die aber bei den zu erwartenden Trockenperioden besser wächst und stabiler ist als die häufig verwendete Fichte, lehnen sie ab, weil sie invasiv sei und einheimische Baumarten verdränge. Dies haben seriöse Forstwissenschaftler längst widerlegt, doch trotzdem entwickelt sich um diese Baumart derzeit ein regelrechter Glaubenskampf. Fakt ist aber auch: Das notwendige Geld verdienen die Forstbetriebe mit Nadelholz und nicht mit den Laubholzarten.

Mildes Klima bietet günstige Bedingungen für Schädlinge

Vom Klimawandel profitieren auch die Schadinsekten. Bekannte Arten wie Buchdrucker und Kupferstecher vermehren sich aufgrund der milden Winter bei warmen Wetterbedingungen explosiv, neue Schadorganismen kommen hinzu. Hier gilt es, die Augen aufzuhalten und bei auftretenden Schäden die betroffenen Bäume schnell zu fällen und den Käfern das Brutmaterial durch eine saubere Wirtschaft zu entziehen. Dies beschäftigt die Waldbesitzer und Forstleute bei auftretender warmer Witterung, von Ende März bis in den Frühherbst hinein.
War es früher klar, dass Holzeinschlag und Abfuhr im Winter bei Frost erledigt werden, zieht sich diese Tätigkeit heute oft bis ins Frühjahr und darüber hinaus. Auch daran ist der Klimawandel Schuld: Durch die milden Winter fehlen die langen Frostperioden, die Böden sind vielfach nicht tragfähig und matschig. Das Bergen des Holzes ist unmöglich, da die Zugmaschinen versacken würden, und erstreckt sich teilweise bis in die Trockenperioden hinein.

Forstwirtschaft wird also nicht einfacher. Immer mehr Interessengruppen wollen hier mitreden und der Klimawandel wirkt sich bereits unmittelbar aus. Besonders im Frühjahr wird dies für Waldbesitzer und Forstleute deutlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!