Die VSwP – eine Prüfung als Einstieg in die Nachsuchenpraxis

Eine enorme Anzahl an Schalenwildstrecken benötigt auch vielseitige Jagdgespanne, die einer erschwerten Nachsuche gewachsen sind. 

Jagdhund und Führer

In Deutschland liegt die Schalenwildstrecke bei 1,8 Millionen Stück, wobei der größte Anteil mit 60 Prozent auf das Rehwild entfällt. Dass bei diesen hohen Strecken auch eine entsprechende Anzahl an Nachsuchen anfällt, die bei Weitem nicht alle von den etablierten Schweißhunden (HS und BGS) mit ihren Führern abgedeckt werden können, bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung. Deshalb braucht es insbesondere in unserer heutigen Zeit für die Praxis entsprechende Gespanne, bestehend aus vielseitigem Jagdgebrauchshund und Führer. Diese müssen auch einer erschwerten Nachsuche gewachsen sein. Der Grundstein für den Einstieg in diese Praxis wurde bereits im Jahre 1961 mit der Einführung der Verbandsschweißprüfung (VSwP) beim Jagdgebrauchshundverband (JGHV) gelegt.

Bereits einige Jahre vor der Einführung erkannte man die Notwendigkeit, für vielseitige Jagdgebrauchshunde eine „Erschwerte Schweißprüfung“ einzuführen. Führende Jagdkynologen wie Konrad Andreas, Dr. Carl Tabel, Werner Stölter, Herbert Bansen, von Trott zu Solz und Dr. Wolfang Uter waren an den Initiativen und Versuchen zu dieser Prüfung maßgeblich beteiligt. Die Versuchsergebnisse und die gesammelten Erfahrungen aus den „Erschwerten Schweißprüfungen“ führten schließlich auch zur Vorlage einer Verbandsschweiß-Prüfungsordnung (VSwPO). Diese wurde auf der Hauptversammlung des JGHV im Jahre 1961 beschlossen und so wurden in Band 57 DGStB (Jahrgang 1961) die vier Verbandsschweißprüfungen „Pfälzerwald“, „St. Johann“, „Hoherodskopf“ und „Sachsenwald“ aufgenommen.

„Pfälzerwald“, „Urach“, „Hämelerwald“, „Hoherodskopf“ und „Sachsenwald“ haben eine lange Geschichte

Impression von der VSwP Bergisches Land, August 2017

Foto: Karin Alperth / Impression von der VSwP Bergisches Land ARGE Schweiß, August 2017

Auf diesen vier Prüfungen wurden auf der 20-Stunden-Fährte insgesamt 48 Hunde gemeldet. Erschienen waren 45 und prämiert wurden 27 Hunde – auf der damals noch 44-Stunden-Fährte wurden insgesamt neun Hunde gemeldet, alle neun waren erschienen, davon wurden fünf Hunde prämiert. Die 20-Stunden-Fährten wurden auf der „Sachsenwald“ mit Rotwildschweiß und auf den 44-Stunden-Fährten mit Schwarzwildschweiß getupft. Auf der „Hoherodskopf“ wurden alle Fährten mit Rotwildschweiß und bei den anderen beiden Prüfungen wurden alle Fährten mit Rehwildschweiß getupft.

Da die im Jahre 1960 ausgerichteten „Pfälzerwald“, „Urach“, „Hämelerwald“, „Hoherodskopf“ und „Sachsenwald“ schon nach der gültigen VSwPO stattfanden, wurden diese Prüfungen laut Beschluss des Verbandstages mit in das DGStB (Bd. 57) aufgenommen. Auf diesen fünf Prüfungen wurden insgesamt 63 Hunde gemeldet, 57 waren dort und von diesen wurden 39 prämiert.

Um die Mitgliedsvereine des JGHV anzusprechen, wurde bereits im Jahre 1960 für die Einführung einer solchen Prüfung geworben – unter anderem durch den Schriftleiter der DD-Blätter Forstmeister, Udo Mersmann. Angedacht war (und ist es auch in der heutigen Zeit noch nach wie vor) die Einführung der Verbandsschweißprüfung als Einstieg der auf Vielseitigkeit gezüchteten Jagdhunderassen mit geeigneten Führern und Führerinnen in die Nachsuchenpraxis. 

Die Vorteile von sogenannten Arbeitsgemeinschaften liegen auf der Hand

Impression von der VSwP Bergisches Land ARGE Schweiß, August 2017

Foto: Karin Alperth / Impression von der VSwP Bergisches Land ARGE Schweiß, August 2017

Bereits einige Jahre nach Einführung der VSwP gelangten schon eine Reihe von weitsichtigen Waid- und Rüdemänner zu der Schlussfolgerung, eine VSwP durch Bildung von sogenannten Arbeitsgemeinschaften auszurichten, um diese Prüfung auch im Sinne der Praxis auf einem möglichst hohen Niveau der entsprechenden Prüfungsordnung zu halten. Denn die Vorteile dieser Zusammenschlüsse liegen doch unter anderem auch in der Auswahl geeigneter Reviere, der Kostenbeteiligung, der Arbeitsteilung und der Richterauswahl. 

So werden denn auch in der heutigen Zeit die „Pfälzerwald“, „Elm“, „Bergisches Land“ und die „Hoherodskopf“ als die bekanntesten Verbandsschweißprüfungen von mehreren Vereinen oder sogenannten Arbeitsgemeinschaften ausgerichtet.

Fazit: Die VSwP ist keine Leistungszeichen-Beschaffungsprüfung

Fazit: Jeder Verein, der eine solche Prüfung ausrichtet, jeder Prüfungsleiter, jeder Richter und jeder Hundeführer sollte sich in der Verantwortung gegenüber der Waidgerechtigkeit und damit dem Tierschutz darüber bewusst sein, dass die VSwP eine Prüfung für den Einstieg in die Nachsuchenpraxis ist  – und keine Leistungszeichen-Beschaffungsprüfung ist. Die Prüfungsordnung VSwPO finden Sie auf www.jghv.de.

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