Büchsenknall und Hundegeläut – Zeit der Bewegungsjagden

Die Bewegungsjagd auf Schalenwild unter Einsatz von Jagdgebrauchshunden gewinnt seit Jahren zunehmend an Bedeutung. Die jagdlichen Verhältnisse in Deutschland haben sich grundlegend geändert. 

Ein Jagdhund im Einsatz.

Ein Jagdhund im Einsatz. Foto: Eugène Reiter

Riesige Maisschläge, schneearme Winter und eine bis dato unbekannte Häufigkeit von Mastjahren bei Buche und Eiche führen zu einer Explosion der Schwarzwildbestände. Der u. a. durch Stürme und Schadinsekten beschleunigte Umbau der Wälder in naturnahe, stufige und artenreiche Bestände verbessert die Äsungs- und Deckungsmöglichkeiten für Schalenwild. Allein mit der Einzeljagd sind vielerorts die Wildbestände oft nicht mehr zu bejagen.

Die richtig durchgeführte Stöberjagd mit geeigneten Jagdhunden ist eine reizvolle, tierschutzkonforme und gleichzeitig effektive Ergänzung der klassischen Ansitzjagd. Die bei dieser Jagdform eingesetzte Jagdhunderasse ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Zum Stöbern geeignete Jagdhunde müssen einen ausgeprägten Finderwillen haben, laut jagen und orientierungssicher sein. Ein gutes und sicheres Sozialverhalten ist ebenso wichtig, wie Wildschärfe und körperliche Fitness.

Bei der Vorbereitung einer Stöberjagd sind die wildbiologischen Verhaltensweisen der zu bejagenden Wildarten zwingend zu beachten. Die Differenzierung in „Hundeführerstände“ und „Schützenstände“ ist für den Erfolg der Jagd ebenso entscheidend, wie die Frage, ob Hunde vom Stand geschnallt werden sollen, von Hundeführern im Treiben begleitet werden oder beide Varianten des Hundeeinsatzes angewendet werden sollen. Hundeführer sind bei einer Stöberjagd Dienstleister und von allenfalls anfallenden Jagdbetriebskosten freizustellen.

Der Jagdgebrauchshundverband e.V. (JGHV) ist mit mehr als 140.000 Einzelmitgliedern der Spitzenverband des Jagdhundewesens in Deutschland und nimmt die Interessen der Jägerinnen und Jäger wahr, die einen Jagdgebrauchshund im Jagdbetrieb führen. Die im JGHV organisierten Jägerinnen und Jäger leisten mit ihren gut ausgebildeten und geprüften Hunden einen wichtigen Beitrag bei der effektiven und tierschutzkonformen Jagd. Jagdgebrauchshunde sind dabei nicht nur Hunde „mit Beruf“, sondern auch liebenswerte Mitglieder in den Familien der Jäger.

Als Fachverband führt der JGHV Fortbildungsseminare zum Thema „Stöberjagd mit Hunden“ durch. Die im JGHV zusammengeschlossenen Zucht- und Prüfungsvereine bieten eine Reihe von Prüfungen an, auf denen die Eignung von Hunden zur Stöberjagd überprüft und dokumentiert wird. Die Durchführung von Jagden unter Einsatz arbeitsteilig jagender Meuten  lehnt der JGHV aus Tierschutzgründen ebenso ab, wie den Einsatz stumm jagender Hunde.

Neben dem Einsatz entsprechend geeigneter Jagdgebrauchshunde zum Stöbern, sind bei allen Bewegungsjagden qualifizierte Nachsuchenhunde, die den hohen Anforderungen der im Rahmen dieser Jagdform anfallenden Arbeiten gewachsen sind und gemeinsam mit ihren Führern über ein entsprechendes Maß an Erfahrung verfügen, vorzuhalten. Der Jagdgebrauchshundverband e.V. wünscht allen Jägerinnen und Jägern, ganz besonders aber den Hundeführern unter diesen, eine erfolgreiche und unfallfreie Jagdsaison.

Quelle: Pressemitteilung des Jagdgebrauchshundverband e.V. (JGHV) vom 03. November 2019, Leinefelde-Worbis

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