Begriffe aus der Führung der Jagdgebrauchshunde

Wissenswertes Vokabular nicht nur für Hundeführer und Jagdscheinanwärter.

Jagdhundausbildung

Foto: Joachim Orbach

Abtragen
Unter „Abtragen“ versteht man bei der Nachsuche, wenn der Schweißhundführer/ Nachsuchenführer Zweifel hat, ob der Hund die Fährte noch hält. Wenn der Führer dann den Hund wieder zur richtigen Fährte legen, die Nachsuche unterbrechen oder aufgeben will, so wird der Hund „abgetragen“. Hierzu werden kleinere Hunde auf den Arm genommen und größere Hunde werden an der Brust hochgehoben und einige Meter von der Fährte weggeführt.

Anziehen
Unter anziehen versteht man, wenn der Hund durch langsames und vorsichtiges Vorwärtsgehen anzeigt, dass er Witterung vom Wild bekommen hat.

Appell (Gehorsam)
Appell ist die Bezeichnung dafür, wenn ein Jagdhund gehorcht. Der Hund gehorcht auf Kommandos mit sogenannten Hör- oder Sichtzeichen wie z. B. Sitz, Platz, Down, Halt usw. …

Apportieren
Unter dem Apportieren versteht man das Bringen des Hundes von Wild (Kleinwild) und anderen gefundenen Gegenständen (z. B. Apportierbock, -sack usw.) zu seinem Führer.

Blenden
Unter „Blenden" versteht man das Vorstehen des Hundes, ohne Wildwitterung zu haben.

Blinker
Der Blinker ist ein Hund, der absichtlich dem wahrgenommen Wild ausweicht, ohne es anzuzeigen.

Bogenrein
Unter „bogenrein“ sein versteht man, wenn ein Hund bei einer Treibjagd aufgejagtem Wild nicht weit über das Treiben (Bogen) hinaus folgt.

Bogenschlagen
Unter „bogenschlagen“ versteht man, wenn ein Jagdhund das Wild im Halbkreis umgeht, um Wind zu nehmen.

Bögeln
Ein Hund bögelt, wenn er versucht eine verlorene Spur oder Fährte durch Kreisen wiederzufinden (und ist nicht mit bögelndem Gangwerk zu verwechseln).

Brackieren
Unter „Brackieren“ versteht man die Waldjagd mit der Bracke ohne Sichtverbindung zum Hundeführer. Das Brackieren beruht auf der Eigenschaft des Hasen, in seinem Einstandsgebiet feste Pässe zu halten, die von den Schützen besetzt werden. Die Bracken sollen Hasen auftun oder „stechen“ und sie lautjagend so lange treiben (nicht „hetzen“) bis sie im Bogen zu den alten Einständen und dort auf den gewohnten Pässen zurückkommen. Hierbei können sie dann von den anstehenden Jägern gestreckt werden.

Buschieren
Unter dem „Buschieren“ versteht man die Suche des Hundes im Wald im Schussbereich der Flinte („unter der Flinte“) seines Führers im Stangenholz, auf niedrigen Kulturen oder auf kurz bewachsenen Schlägen.

Changieren
Unter dem „Changieren“ versteht man das unerwünschte Überwechseln des Hundes von der gearbeiteten Spur oder Fährte auf eine andere, meist wärmere.

Faseln
Ein Jagdhund faselt, wenn er planlos sucht.

Hasenrein
Ein Hund ist hasenrein, wenn er aufstehenden Hasen nicht nachgeht.

Markieren
Der Vorstehhund markiert, wenn er zeigt, dass er Wild vor sich hat.

Nachprellen
Ein Hund prellt nach, wenn er dem Wild nachspringt.

Nachziehen
Ein Hund zieht auf der Fährte, auf der Spur oder auf dem Geläuf nach, wenn er dem Wild vorsichtig suchend folgt.

Quersuche (Suche)
Unter Quersuche versteht man das „Hinundhersuchen“ des Vorstehhundes vor den Schützen im Feld.

Rändeln
Ein Hund rändelt, wenn er nur am Rand des Bestandes sucht.

Revieren (abrevieren)
Ein Hund reviert, wenn er im Feld vor den Schützen (und Hundeführern) sucht.

Sekundieren
Unter „Sekundieren“ versteht man, wenn ein zweiter Hund einen bereits vorstehen Hund erblickt und ebenfalls in der Vorstehhaltung verharrt. Dabei steht der Sekundant nicht mit der Nase vor, sondern auf ein optisches Signal. Das Sekundieren wird zum Teil noch als Prüfungsfach für Pointer und Setter geprüft.

Suche
Bei der Suche soll der Hund seinen Willen zum Finden zeigen. Dabei soll der Hund fleißig, weiträumig, flott, ausdauernd und dem Gelände angepasst suchen.

Springt ein
Der Vorstehhund „springt ein“, wenn er z. B. Hasen, Fasane oder Rebhühner aufjagt, ohne sie vorzustehen.

Stöbern
Unter „Stöbern“ versteht man, wenn der Hund in Dickungen, in Schonungen, in Maisschlägen oder in Schilfflächen Wild sucht und es dem Jäger zutreibt. Stöberhundrassen müssen spur- und fährtenlaut jagen. Andere Rassen, die zum Stöbern eingesetzt werden, sollen wenigstens Sichtlaut jagen.

Totengräber
Als Totengräber bezeichnet man einen Hund, der gefundenes Wild eingräbt, anstatt es zu apportieren.

Totverbellen
Unter „Totverbellen“ (durch „Standlaut“) versteht man das Lautgeben des Hundes, wenn er ein verendetes Stück Schalenwild gefunden hat (er ruft seinen Führer zum Stück).

Totverweisen
Unter „Totverweisen“ versteht man, wenn der Hund ein verendetes Stück Schalenwild findet, zu seinem Führer zurückkehrt und diesen dann zum Stück führt. Man unterscheidet zwischen Lautverweiser und dem Bringselverweiser:

  • Der laute Verweiser wird, nachdem er das Stück gefunden hat, alsbald laut, kehrt zum Führer zurück und zeigt durch erneutes Lautgeben den Fund an. Dann führt er zum Stück.
  • Der Bringselverweiser nimmt am oder auf dem gefundenen Stück das in die Halsung gehängte „Bringsel“ (ein kurzes Lederstück) in den Fang und zeigt dem Führer bei seiner Rückkehr damit, dass er gefunden hat. Dann führt er zum Stück.

Verlorenbringer
Als „Verlorenbringer“ wird ein Jagdhund bezeichnet, der auf einer Wundspur das Wild sucht und apportiert. 

Vorprellen
Unter „Vorprellen“ versteht man, wenn ein Hund frei bei Fuß oder an der Leine neben dem Hundeführer vorwärts drängt (nicht mehr bei Fuß geht).

Vorstehen
Unter Vorstehen versteht man, wenn ein Vorstehhund durch festes Stehenbleiben (Vorstehen/Vorliegen) vor dem Wild im Feld, Wald oder im Schilfgewässer dem Jäger dieses anzeigt, sodass er auf Schussnähe herankommen kann. Will ein Jäger einen Vorstehhund auf den entsprechenden Prüfungen führen, so sollte er sich auf jeden Fall die jeweiligen Prüfungsordnungen (z. B. die BZPO oder VGPO des JGHV) vorher besorgen.

Vorsuche
Unter „Vorsuche“ bezeichnet man die Arbeit des Hundes an der Anschussstelle oder bei der Unterbrechung des Fährtenverlaufs (z. B. beim Umschlagen schwer zugänglicher Geländebedingungen zum Widerfinden des Auswechsels) am noch nicht ganz abgedockten Schweißriemen. Hierbei muss der Führer darauf achten, ob der Hund Pirschzeichen verweist, die Wundfährte „anfällt“ und sich auf ihr „festsaugt“. Erst dann lässt er den Hund am abgedockten Schweißriemen arbeiten.

Vorgreifen
Unter „Vorgreifen“ versteht man einen Bogen zu schlagen, wenn man mit dem Hund in die vermutete Fluchtrichtung des kranken Stückes Wild vorgeht, nachdem der Hund von der Wundfährte abgekommen ist.

Vorliegen (Bauarbeit)
Unter dem Vorliegen versteht man, wenn der Erdhund/Bauhund im Bau vor dem Raubwild Standlaut gibt (nicht mit dem Vorliegen z. B. der Setter bei der Feldarbeit zu verwechseln).

Überjagen
Unter dem „Überjagen“ versteht man, wenn ein Jagdhund z. B. beim Stöbern dem aufgejagten Wild über den zu durchstöbernden Bestand (Treiben) hinaus in den nächsten folgt. Der Hund überjagt auch, wenn er dem Wild über die Reviergrenze folgt.

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