39. Verbandsschweißprüfung (VSwP) „Bergisches Land“

Eine feste Institution unter den Verbandsschweißprüfungen: Bei der VSwP „Bergisches Land“ wurde Ende August ein hervorragendes Ergebnis erzielt – sechs Gespanne haben die Prüfung bestanden.

Ein Nachsuchengespann bei der Arbeit.

Fotos: Karin Alperth

Bis es  im Jahre 1961 zur Einführung der Verbandsschweißprüfung kam war es ein langer Weg: Bereits in seinem im Jahre 1746 erschienen Klassiker „Jägerpractica oder der wohlgeübte und erfahrene Jäger“ stellte Heinrich Wilhelm Döbel die Unverzichtbarkeit eines gut eingearbeiteten Jagdhundes für die Nachsuche auf der natürlichen Wundfährte im Rahmen einer effektiven und tierschutzgerechten Jagdausübung heraus.

Genau diesen Sinn und Zweck (die Prüfung als Einstieg in die Nachsuchenpraxis) muss eine Verbandsschweiß- oder Verbandsfährtenschuhprüfung erfüllen. Die VSwP „Bergisches Land“ der „Bergischen Arbeitsgemeinschaft Schweiß“ zählt – neben der „Pfälzerwald“, der „Elm“ und der „Hoherodskopf “ – zu den vier bekanntesten Klassikern unter den Verbandsschweißprüfungen in Deutschland. So richteten im Laufe von Jahrzehnten auf der VSwP „Bergisches Land“ u. a. bekannte, angesehene und erfahrene Persönlichkeiten des Deutschen Jagdgebrauchshundwesens aus anderen Bundesländern – so etwa Edwin Zwick, Uwe und Jörg Tabel,  Heinrich Uhde, Karl Walch und Frank Wagner.

Suchenheil nach anspruchsvoller Schweißarbeit.

Die „Bergische Arbeitsgemeinschaft Schweiß“ hat sieben Mitgliedsvereine (JGV Hubertus Köln e.V., JGV des Kreises Olpe e.V., JGV der Siegkreisjäger e.V., JGV Roemryke Berge e.V., JGV Niederberg e.V.,  Kreisgruppe Rheinisch-Bergischer Kreis e.V. und JGV Oberbergischer Jäger e.V.), die alle im Interesse der Ausrichtung der Verbandsschweißprüfung handeln. In diesem Jahr am 23. und 24. August 2019 hat Ausrichtung der JGV Oberbergischer Jäger e.V. übernommen. Der Verein kann bei der Ausrichtung von Verbandsschweißprüfungen auf eine lange Tradition zurückblicken. Es war ebenjener JGV, der bereits im Jahre 1963 seine erste VSwP ausrichtete. 

Karl Walch als Präsident des JGHV und Manfred Kind als Vorsitzender der Kreisjägerschaft Oberberg machten in ihren Grußworten das Ziel und den Zweck einer VSwP deutlich: „Nachsuchenarbeit ist Dienst am Wild. Nachsuchenarbeit ist praktizierter Tierschutz. Ohne qualifizierte Nachsuchenführer und entsprechend leistungsstarke Hunde ist jede Form der Schalenwildjagd übelste Wasenmeisterei! Weder die drohende ASP, noch waldbauliche Zielsetzungen rechtfertigen einen respektlosen Umgang mit Wildtieren als Teil unserer Schöpfung.“

Traditionell um 18.00 Uhr begann das Vorabendprogramm mit einer Hubertusmesse durch Pater Jerry und Diakon Ralf Schwenk sowie unter der Begleitung des Bläsercorps „Jagdhornissen Kürten“ (u. a. bekannt von der „Jagd und Hund“).

Nach der Messe erfolgte eine gekonnte praktische Vorführung auf einer Übungsfährte durch Armin Lobscheid mit seiner Brandlbracke. Anschließend erfolgte im Festsaal des „Schlosshotel Gimborn“ ein gemütliches Beisammensein der Prüfungsteilnehmer, Gäste und aller auf der roten Fährte interessierten Jagdhundefreunde bei einer gereichten Gulaschsuppe, So konnte hier auch u. a. der Ehrenvorsitzende und Haupt-Gründungsinitiator der „Bergischen Arbeitsgemeinschaft Schweiß“ Walter Stein mit seiner Gattin und die langjährige Kassiererin und heutige Gästebetreuerin Elly Linder begrüßt werden.

Die erfolgreichen Hundeführerinnen und Hundeführer.

Der Prüfungstag begann formell: Nach Abgabe der Ahnentafeln, Vorlegen der Impfzeugnisse und gültigen Jagdscheine durch die Hundeführer, erfolgte die Richterbesprechung unter Leitung von Frank Wagner. Im Anschluss daran wurden die Fährten und Identitätsprüfung der Hunde sowie die Zusammenstellung der Gruppen ausgelost. Zur Begrüßung aller Teilnehmer und Gäste hielt  Prüfungsleiter Armin Lobscheid zunächst eine kurze Ansprache, anschließend ging es zur Abfahrt in die Reviere des Freiherrn Franz-Egon von Fürstenberg, Marie Thiemich und Peter Stolle.

Von den neun gemeldeten Gespannen wurden sieben geprüft und es konnten sechs Gespanne die Prüfung erfolgreich bestehen. Das war in diesem Jahr somit eine außergewöhnlich hohe Erfolgsquote für die „VSwP Bergisches Land“! Aber eine VSwP soll ja schließlich auch keine einfache Prüfung zur Beschaffung des „Sw“ auf der Ahnentafel sein.

Die Ergebnisse im Detail:

  • Rollo II vom Liether Moor, DD mit Sw I, E.A.F.: Christoph Rimke, Köln als bester Hund der Prüfung

  • Alma v.d. Ackerfurche, RT mit Sw II, E.A.F.: Anja Schäfer, Neunkirchen-Seelscheid

  • Yucca v. Mayener-Hinterwald, WK mit Sw III, E.A.F.: Stephanie Lobscheid, Gummersbach

  • Rufus vom Juragrund, DD mit Sw III, E.A.F.: Friedericke Hachmann, Arnsberg

  • Elan II vom Birkengrund, DD mit Sw III, E.A.F.: Ralf Ommer, Marienheide

  • Sven III Asper, DD mit Sw III, E.A.F.: Christof Fielenbach, Lindlar

Die beiden Richtergruppen setzten sich wie folgt zusammen:

Gruppe I, 20-Stunden-Fährte: Obmann Frank Wagner. Richter: Bernd Sommerhäuser, Klaus Thelen und als Richteranwärter Andreas Becker.

Gruppe II, 20-Stunden-Fährte: Obmann Stefan Godek-Schoofs. Richter: Holger Fiethen, Johannes Hachmann und als Richteranwärter Andreas Kleinke u. Uwe Wilde.

Die „Jagdhornissen Kürten“ verblasen die Strecke.

Zur Preisverteilung konnte an ihrem Geburtstag und als besonderer Ehrengast Frau Renate Conzellmann-Zillikens begrüßt werden – immerhin seit 1966 Verbands- und Verbandsschweißrichterin sowie Züchterin im DD-Zwinger „Asper“, der von ihrem Vater Franz Zillikens, Rittergut Asperschlag im Jahre 1911 gegründet wurde. Ihr zur Ehre brachten die „Jagdhornissen Kürten“ ein Ständchen.

Mit der „Bergischen Kaffeetafel“, der Preisverteilung durch Armin Lobscheid und dem Verblasen der Stecke durch die „Jagdhornissen Kürten“ wurden dann die Schlussworte vom Vorsitzenden der „Bergischen Arbeitsgemeinschaft Schweiß“ Michael Knitter zum Ausklang der Prüfung gesprochen. In seiner Ansprache bedankte er sich bei allen Hundeführerinnen und Hundeführern, Verbandsrichtern, Richteranwärtern, Jagdhornbläserinnen, bei den Helferinnen und Helfern, den Gästen sowie schließlich bei den Revierinhabern.

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