WDR-„Quarks“ löst den Wolf-Weide-Konflikt

Steile These: Mehr Reh und Hirsch, damit Schaf und Rind verschont bleiben.

Ob Wölfe lieber Rehen und Hirschen im Wald nachjagen als Schafen und Rindern auf der Weide ist zumindest fraglich.

Ob Wölfe lieber Rehen und Hirschen im Wald nachjagen als Schafen und Rindern auf der Weide, ist zumindest fraglich. (Foto: Elsemargriet)

Achtung, keine Satire. Die Natur-Erklärer von „Quarks“ haben eine Idee, wie das mit den Wölfen und den Weidetieren klappen könnte: Wir brauchen nur mehr Rehe und Hirsche. Dann haben Schaf und Rind ihre Ruhe. Was die Förster dazu sagen, ergibt wohl eine andere Folge im WDR-Bildungsfernsehen. 

Von „Quarks“ sind Landwirte und Jäger schon bisher Einiges gewöhnt. Wir erfahren, dass die Jagd auf Waschbären keinen Sinn macht. Und dass führende Bachen beruhigenden Zuspruch brauchen, um nicht aggressiv zu werden. Lauter schöne Regeln, die auch locker den Fakten-Check der ZDF-Konkurrenz bei Markus Lanz bestehen.

Was den WDR-Experten zum Wolf einfällt, hat eine eigene Dimension: Als gäbe es nicht quer durch Deutschland das politische Bestreben, Reh und Hirsch mit prinzipiell rechtswidrigen Methoden den Garaus zu machen, plädieren sie bei Quarks dafür, reichlich Schalenwild im Wald zu lassen, damit der Wolf kein Nutzvieh reißen muss.

„Für ausreichend Rehe und Rothirsche sorgen,“ ist die erste Quarks-Regel. „Denn sie stehen auf dem Speiseplan der Wölfe weit oben.“ Und: „Findet der Wolf genug wilde Beutetiere, reißt er weniger Schafe.“ Letztere wiederum sind „am sichersten […] hinter einem 120 cm hohen Elektrozaun.“

Dass die professionelle Pro-Wolf-Szene längst weit höhere Zäune propagiert und davon möglichst zwei hintereinander, kümmert da eher wenig. Und da wirkt es beruhigend, zu hören, dass die Quarks-Autoren irgendwie doch ökologische Einsicht zeigen: „Wolfsgebiete komplett einzuzäunen wäre in Deutschland schwierig.“

Spannend nachzulesen, wie die Quarks-Redaktion ihre steilen Thesen im Facebook-Diskurs gegen anders lautende Expertise verteidigt. Zumindest die Fehlinformation, dass der Staat den Weidetierhaltern ihren Schutzaufwand ausreichend entschädigt, bleibt dabei in dankenswerter Weise auf der Strecke.

Dafür gibt es Lebenshilfe für den Fall, dass die generell menschenscheue Spezies Wolf doch mal in Nahbegegnungen auftaucht: Dann hilft „ruhig bleiben“, „in die Hände klatschen und rufen“, vor allem aber „nicht weglaufen“. Das müssen wir jetzt wohl nur noch den Rehen und den Hirschen irgendwie erklären.

Hier der Link zur (Über)lebenshilfe:

https://www.facebook.com/quarks.de/videos/148915976545400/?eid=ARB0KsTrCR5J26LP_vT3vTh1XnUecMEN--ePDbOnO9fvU5WTAJV0ta6xmqkAylXs_qx_P6-2KOtoRztm

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