Veggie nicht auf dem Stundenplan

Veganes Essen

Die Veggie-Szene tobt: In Berlin haben Verwaltungsrichter entschieden, dass Kinder keinen Anspruch auf vegane Schulspeisung haben. Sie können sich Tofu & Co. ja von daheim mitbringen.

Mal angenommen, ein Jäger käme auf die Idee, dass seine Kinder auch in der Schule nur noch Wildbret essen sollen. Das ist ja besonders „bio“, macht nicht dick und kommt obendrein aus artgerechter Tierhaltung. Wetten, dass sie uns für eine solche Forderung den Vogel zeigen? Wohl zurecht!

Aber wenn Veganer für ihren Nachwuchs solche Extra-Würste verlangen, wird daraus ein Fall für die Justiz. Schließlich geht es nicht nur um die Ernährung, sondern um eine Lebenseinstellung. Also um Ideologie. Der Vater, der in Berlin auf veganes Schulessen für seine Tochter klagt, bezieht sich auch auf Gewissenskonflikte. Aber nun muss er erst einmal die Prozesskosten selber tragen.

Klar ist mit diesem Urteil: Vegansein ist (noch?) keine Religion. Sonst wäre wohl kaum noch länger zu begründen, dass Muslime in der Schule kein Schweinefleisch essen müssen, weil ihr Glaube das verbietet. Und die Ächtung des sogenannten Tiermords gehört wohl weiterhin nicht zum Bildungsauftrag öffentlicher Schulen.

Wie in anderen Fällen auch berufen sich die Richter unter anderem auf die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die jegliche Form von Mangel-Kost speziell für Kinder ablehnt – wie auch die meisten Kinderärzte dies tun. Und darauf, dass vegane Eltern ihren Sprösslingen ja die genehme Kost mit in die Schule geben können.

Über Kosten hat in diesem Fall bisher übrigens noch niemand geredet. Aber wer die Preise in den Veggie-Regalen kennt, der muss auch die Frage stellen, wer für solch gehobene Lebensart aufkommen soll. Wo doch auch viele Veganer-Kinder am liebsten Sachen essen, die nach Fleisch schmecken, obwohl keines drin ist. Zum Beispiel in der Hamburger-Bude, wo es meist längst auch Fake-Food gibt.

Belassen wir es einstweilen beim Mitgefühl für die armen Köche, die es ausbaden müssten, wenn der Veggie-Papa mit seiner Klage doch noch Erfolg haben sollte: Jedes Nudelpaket im Kleingedruckten untersuchen, ob nicht doch ein Rest von Eiern drin sein könnte. Oder Pudding kochen ohne Milch. Und aufpassen, dass wenigstens in der Margarine all die Vitamine drin sind, die für eine gesunde Ernährung unentbehrlich sind.

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