Veganer zerfleischen „Aussteiger“

In den USA sind die Besitzer der veganen Restaurantkette „Café Gratitude“ (Café Dankbarkeit) zur Zielscheibe des Internet-Hasses geworden. Das berichtet die Welt. Der Grund: Nach über 40 Jahren des Vegetarismus und über 10 Jahren des veganen Lebens haben Matthew und Terces Engelhart entschieden, wieder Fleisch essen zu wollen. Und noch schlimmer: Sie wollen auf ihrem Bauernhof auch noch Tiere schlachten. Unvorstellbar! Die logische Folge: Die Engelharts bekommen von enttäuschten Veganern immer wieder Morddrohungen.

Auf Twitter und Facebook ist von „Verrat an der Sache“ zu lesen. Die Menschen fühlen sich offensichtlich, auch wenn es für den Normalo schwer nachvollziehbar ist, betrogen und in ihrem Glauben ernsthaft erschüttert. Reihenweise äußern sich Promis in den USA zu dem Skandal, wie beispielsweise der Fernsehkoch Jason Wrobel: „Sie (Anm. Die Menschen) wurden betrogen von einem Restaurant, das sie seit Jahren lieben und unterstützen und das jetzt seine eigentliche Bestimmung verloren hat.“ Die Aktivistin Carrie Christianson ruft direkt zum Boykott des Restaurants auf, denn „Veganer sollten wissen, dass diese Läden Tiere schlachten“. Christianson stellt auch unmissverständlich klar: „Veganismus ist eine Überzeugung.“

Dabei war das im Jahr 2003 von den Engelharts, nebenbei bemerkt aus Überzeugung, eröffnete vegane Restaurant bisher ein riesiger Erfolg. Inzwischen gibt es fünf Filialen des „Café Gratitude“ und den beliebten „fleischlosen Mexikaner“, Gracias Madre. Den Kunden wird eine Küche, die sich zu „100 Prozent auf rein pflanzliche Zutaten“ stützt, versprochen. Davon zeigten sich nicht nur etwa 28.000 Menschen täglich begeistert, sondern auch bekannte Personen, die das Restaurant aufgrund der veganen Philosophie immer wieder lobten. Darunter Stars wie die Musiker Beyoncé und Jay-Z, oder Schauspieler wie Jake Gyllenhaal und Woody Harrelson.

Matthew und Terces Engelhart zeigen sich dem Bericht zufolge schwer schockiert, welches Ausmaß die Kritik an ihrem „Ausstieg“ aus der veganen Szene inzwischen angenommen hat: „Das ist doch verrückt, dass man uns nach einer privaten Entscheidung, die wir für uns getroffen haben, nach dem Leben trachtet.“ Sie verstehen die Wut der Kunden nicht, denn sie wollen mit ihrem Entschluss niemanden zum Fleischesser bekehren, geschweige denn die Philosophie ihres Restaurants verändern. Sie selbst sagen, sie seien verwirrt, denn kaum jemand außer ihnen hätte derart viel für eine rein pflanzliche Ernährung unternommen. Der Hass ist nun der Dank dafür. Dabei würde man die Gesinnung der Besitzer von anderen veganen Restaurants oder die der Produzenten von veganen Produkten erst gar nicht hinterfragen.

Für die Veganer allerdings ist es nicht nur die Lust auf Fleisch, die ihre Wut zum Überkochen bringt. Die Engelharts halten offenbar seit einiger Zeit Hühner und Kühe auf einer Farm. Wie sie angeben, haben sie vor Kurzem auch angefangen Eier und Milch zu konsumieren. Bald wollen sie die Tiere auch schlachten, um das Fleisch zu verzehren. Aus veganer Sicht nicht nachzuvollziehen. Gleicht das Essen von Eiern schon einem schweren Verbrechen, so verwirkt ein Mensch durch das Töten von Tieren zum Verzehr anscheinend sein eigenes Recht zu Leben – anders sind die absurden Morddrohungen wohl nicht zu erklären.

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