Jägerhände erhalten Lebensräume

Tue Gutes und rede darüber.

Weiher mit Jagdhund

Feuchtbiotope, wie dieser Weiher, werden oft ehrenamtlich von Jägern angelegt und gepflegt. Foto: Joachim Orbach

Jäger brauchen sich mit ihren Leistungen für Natur und Umwelt nicht zu verstecken.“

Wenn es um Natur und Umwelt geht, fühlen sich fast alle Parteien angesprochen. Stichworte sind hier oftmals die Verarmung von Flora und Fauna in ihrer Artenvielfalt, weil Lebensräume immer intensiver durch Menschen genutzt worden sind oder gänzlich ausgelöscht wurden. So spielt oftmals auch eine falsche Subventionspolitik eine Rolle. Es verschwanden in den letzten Jahrzehnten viele bäuerliche Kleinbetriebe, die durch ihre Bewirtschaftung mit Sicherheit zum Erhalt der Artenvielfalt und zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild beitrugen.

Auch dürfen wir zum Beispiel nicht vergessen, dass noch vor einigen Jahrzehnten viele Bürgermeister, Stadt- oder Gemeindevertreter stolz den Bürgern verkündeten, mal wieder einige Kilometer Bach- oder Flusslauf begradigt und betoniert zu haben. Und wurde einst nicht mit gleicher Intensität die Drainage von feuchten Wiesen und Wäldern betrieben? Da dürften schließlich auch Hochwasserkatastrophen zum Teil „hausgemacht“ sein.

Es kann beispielsweise nicht nur darum gehen, Wasserfluten mit Schutzwänden, Deichen und Dämmen zu beherrschen. Eine gewisse Selbstregulierung der Natur muss wiederhergestellt werden und natürliche Überschwemmungsgebiete – Auen und Wiesen – erhalten beziehungsweise neu angelegt werden.

Auch die Umfunktionierung von Naturweihern zu Nutzteichen, Regenrückhaltebecken und so weit führte zum weitgehenden Schwund natürlicher Gewässer. Auch künstlich geschaffene Nassstellen in Kies-, Sand- oder Lehmgruben, ja sogar speziell angelegte naturnahe Teiche erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in der Bevölkerung und bereichern die Natur.

Derartig vorbildliche Biotope werden vielfach von Grundbesitzern, Revierinhabern, Hegeringen, Kreisjägerschaften, Landesjagdverbänden und auch von Jagdgebrauchshundvereinen mit erheblichen Geldmitteln und Arbeitsaufwand, ohne staatliche Zuschüsse, erhalten oder neu angelegt. Was meiner Meinung nach oftmals von der Politik nicht genügend gewürdigt wird und der Bevölkerung auch noch nicht zu genüge bekannt ist. 

Es bleibt sehr zu hoffen, dass diese Bemühungen zum Erhalt von Tier- und Pflanzenwelt anhalten und nicht durch unsinnige Gesetzgebungen in den Ländern zum Erliegen kommen. Das gilt insbesondere auch für andere naturnahe Strukturen wie etwa Hecken, Niederwald (wir berichteten), Wildäcker (mit entsprechender Einsaat), Wildwiesen, Feldholzinseln, Bienenweiden, Streuobstwiesen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Existenzsicherung typisch bäuerlicher Betriebe. Das sollte uns stets ein Anliegen sein, welches wir auch immer im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit neben unserer Meinung als Landnutzer (ob Grundstückseigentümer, Landwirt, Jäger,...) hervorheben sollten.

Festzustellen ist aber insgesamt, dass die private Eigeninitiative zur Anlage und zum Erhalt von Lebensräumen teuer und arbeitsaufwändig ist, insbesondere dann, wenn noch Flächen angekauft oder angepachtet werden. Um Lebensräume und eine Artenvielfalt (egal ob Tiere oder Pflanzen) zu erhalten, investieren unter anderem Jäger oftmals viel Arbeit und Geld.

Allerdings bedarf es hier auch keiner staatlichen Bevormundung oder Eingriffe in das Eigentumsrecht. Um das Überleben einer hohen Artenzahl und Lebensräume in unserer gewachsenen Kulturlandschaft – die wir aber auch nicht in Alaska umwandeln können –  zu sichern, muss in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz für Maßnahmen der Eigeninitiativen  sowie für eine vernünftiger Gesetzgebung erlangt werden.

Seit Jahren ziehen nun aber Politiker der Gemeinden, der Kreise, der Länder und des Bundes mit diversen Schutzprogrammen zu Felde, um der gebeutelten Natur auf die Sprünge zu helfen. Manche betrachten Eingriffe in das Eigentums- und Jagdrecht als Lösung und meinen sogar damit, sie würden auch im Interesse der betroffenen Landbevölkerung und der Natur handeln. Dem klugen Politiker sei angeraten, Entscheidungen auch das ein oder andere Mal mit gesundem Menschenverstand zu fällen.

Gleichzeitig ist aber hierbei auch zu bedenken, dass vernünftige Maßnahmen nicht ausschließlich durch Gesetze realisierbar sind – insbesondere nicht durch unsinnige und ideologisch geprägte. Peinlich wird es spätestens dann, wenn mit falschen Zahlen gearbeitet wird. Hier sollte auch so mancher Politiker die Worte von Tacitus bedenken: „Im verdorbensten Staat gibt’s die meisten Gesetze.“ 

Für alle Landnutzer, die zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen, kommt es weiterhin auch auf eine intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an. Die Darstellung über die geleistete Arbeit im Bereich von Natur- und Landschaftsschutz und unserer Meinung sind hierzu ein wichtiger Beitrag. Insbesondere gilt es hier auch die neuen Medien zur Meinungsbildung in der Bevölkerung zu nutzen.

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