Die Schweinepest und das GrillVergnügen

Mal wieder aktueller Anlass über die Perversion der Ernährungsgewohnheiten nachzudenken: Weil in China die Schweinepest grassiert, steigen die Schnitzelpreise in Europa. Und viele Jäger bleiben trotzdem auf dem Schwarzwild sitzen.

Wildschweine vs. Schweinemast

Foto: Hans/Eugéne Reiter

Die Massenmedien erregt an der schlechten Nachricht vor allem der Umstand, dass ausgerechnet zum Beginn der Grillsaison die Bratwurst und das Kotelett teurer werden. Für Krokodilstränen über Schleuderpreise und die Massentierhaltung ist offenbar kaum Raum im Angesicht der ernsten Lage.

Schaudernd liest der Normalverbraucher, dass der Schlachtviehpreis krisenbedingt bereits um 30 Prozent gestiegen ist. Damit kostet die arme Sau aktuell 1,80 Euro fürs Kilo. Was Otto Normalverbraucher nachdenklich machen sollte, wenn mal wieder Stalleinbrecher-Videos im Fernsehen laufen und alle Übel dieser Welt mit bäuerlicher Geldgier erklärt werden sollen.

Während hier im Land Proteste gegen die verschärfte Jagd auf Wildschweine Konjunktur haben, könnte dem Discounterkunden wenigstens dämmern, dass er zusammen mit den Schweinemästern die Zeche zahlen wird, wenn sich die Jäger weigern, am Kampf gegen die Schweinepest mitzuwirken.

Die Vorstellung, mit hungrigen Chinesen auf dem Weltmarkt um die besten Bratenstücke zu konkurrieren, ist dabei der geringere Schrecken. Weit schlimmer ist der Umweltschaden durch aberwitzige Transportwege. Das mag die vegane Gemeinde nicht beim Avocadohunger bremsen – sollte aber Öko-Fans interessieren, wenn sie über die Klimaschädlichkeit von Nutzviehfürzen debattieren.

Dass die Volksverdummung einen Punkt erreicht hat, an dem Wildbret nicht mehr als Bio-Produkt beworben werden darf, erscheint in solcher Situation als Aberwitz. Wenn Fleisch aus art-, umwelt- und tierschutzgerechter Produktion gelegentlich schon beim Abdecker landet, entlarvt dies vor allem auch Unfähigkeit, über den Tellerrand ökomodischer Weltbilder zu schauen.

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