Der Jäger als Antichrist?

St. Hubertus

Foto: wikipedia.org / St. Hubertus, gemalt von Wilhelm Räuber.

Am 3. November ist Hubertustag. Für Jäger ein Tag der Besinnung, für die Tierrechte-Szene ein Anlass zur kollektiven Aufregung mit der kruden These, dass Christen nicht töten und damit auch nicht jagen dürfen. Die Bibel sagt das Gegenteil.

An der Spitze der Bewegung steht mal wieder Peta. Der amerikanische Spenden-Sammelverein, dessen Gründerin zum Wohl der Tiere auf eigene Kinder verzichtet und nach ihrem Tod gegrillt werden will, um noch posthum gegen das Leid der Kreatur zu protestieren.

Solche Wünsche kann man als Privatvergnügen durchgehen lassen. Schlimm wird’s, wenn die deutschen Peta-Jünger versuchen, ihr krudes Weltbild aus der Bibel zu begründen. Zum Beispiel, wenn sie gegen Pfarrer hetzen, die Hubertus-Messen lesen. Und natürlich gegen Jäger christlichen Glaubens, der die Jagd angeblich verbietet.

Wahr ist, dass Peta von der Bibel genauso wenig versteht wie von der Natur. Denn unter Gläubigen wie unter Atheisten herrscht die Einsicht vor, dass die Natur – und damit die Schöpfung im christlichen Sinne – dem Prinzip des Fressens und Gefressenwerdens folgt. Die Erkenntnis, dass Gott auch Vegetarier geschaffen hat, sei unbenommen.

Aber die Behauptung, dass das Gebot „Du sollst nicht töten“ unumstößlich und überall gelte, ist wohl Blasphemie. Denn sie unterstellt dem Schöpfer, dass seine Schöpfung seine Gebote leugnet. Die Bibel hingegen zitiert Gott mit dem Satz „Macht euch die Erde untertan“. Und sie ist voll von Bekenntnissen zur Jagd. Etwa bei Moses 27, 3-4: „So nimm nun dein Gerät, Köcher und Bogen, und geh aufs Feld und jage mir ein Wildbret und mach mir ein Essen, wie ich’s gern habe ...“ Oder in Moses 14, 4-5: „Dies aber sind die Tiere, die ihr essen dürft: Rind, Schaf, Ziege, Hirsch, Reh, Damhirsch, Steinbock, Gämse, Auerochs und Antilope.“

Frühe Christen opferten ihrem Gott gerne Tiere, sicher nicht im Glauben, dass dieser ein Vegetarier sei. Solche Weltsicht haben die Weltreligionen gemeinsam, Christen- und Judentum und auch der Islam. Die Geschichte vom Heiligen Hubertus, der seinem Jagdtrieb im Anblick eines Hirsches abschwor, der ein leuchtendes Kreuz zwischen den Geweihstangen trug, handelt übrigens in Wahrheit von einem Heiden: Es war Eustachius, den solches Erlebnis zum Christen werden ließ. Bischof Hubertus von Lüttich wurde die Legende erst später zugeschrieben.

Was für christliche Jäger gilt, ist im Gebet festgeschrieben, das das Waidwerk „im Geschöpf den Schöpfer ehrt“. Es ist bis heute Grundlage der Waidgerechtigkeit, die in diesem Kreis wohl auch für Atheisten gilt und der Nachhaltigkeit des Nahrungmittels Wildbret ebenso wie dem echten Tierschutz.

Jäger nützen den vom Schöpfer gedeckten Tisch. Ihr Mühen gilt – durchaus auch im eigenen Interesse – dem Wohlbefinden ihrer Beute. Und wer ernsthaft meint, solche Arbeit könnten wir den Wölfen überlassen, der sei an ein anderes Bibelwort erinnert: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“ (Matthäus 10,16-22). Dass sie sich nicht wehren dürfen, steht nirgends in der Bibel.

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