Füchse

Foto: Dieter Hopf

Auf Jäger-Jagd mit Stanislawski

Wir Jäger sind Holger Stanislawski wohl zu tief empfundenem Dank verpflichtet. Der frühere Fußball-Profi ist das neue Gesicht einer Anti-Pelz-Kampagne der Tierschutzorganisation „Animals United“. Und was er in dieser Rolle von sich gibt, ist auch ein guter Grund, Pelz aus heimischer Jagd zu kaufen.

„Den Tieren wird bei vollem Bewusstsein das Fell vom Leib gezogen, danach werden sie auf einen Haufen geworfen, auf dem sie blutig verenden,“ verriet der Fußball-Promi zum Auftakt der Bildzeitung. Dass es dabei um aus China dokumentierte Einzelfälle geht, sagt er nicht dazu. Wozu auch, wenn solche Kampagnen doch nicht nur dem Tierwohl dienen, sondern auch der Stimmungsmache gegen Jagd und Jäger.

Was Stanislawski der Wahrheit zuliebe dazu sagen könnte: Über Jahrzehnte sorgten derlei Sprüche dafür, dass wertvolle Pelze auf dem Müll landeten, weil einfach kein Markt mehr da war für die Bälge waidgerecht und gesetzestreu erlegter Füchse oder Marder. Weil Fernost-Importeure oft kein Problem damit haben, ihre Käfig-Tiere als vermeintlichen Kunstpelz zu vermarkten. Und weil Verbraucher nicht selten so naturfern sind, dass sie den Schwindel nicht merken.

Sobald Füchse unsere Vorgarten-Romantik stören, machen Medien lautstark Stimmung

Ganz nebenbei sind es gerade die auf oberflächliche Information spezialisierten Medien, die auf der anderen Seite lautstark Stimmung machen gegen Marderhunde oder Füchse – sobald diese die Vorgarten-Romantik in unseren Städten stören und die Anwohner nach den Jägern rufen. Ob sie auch wissen, dass Herr Stanislawski die deutschen Jägerinnen und Jäger nicht meinen kann, wenn er von der Sache Ahnung hat?

Wenn es nach solchem Zeitgeist geht, müssen wir uns ganz schnell verabschieden von guten Jäger-Traditionen wie der, möglichst jedwede Beute sinnvoll zu verwerten. Dann käme zu den gern gepflegten Vorurteilen auch noch das Argument, dass der Pelz kein Grund sein könne, Pelztiere zu jagen. Und den Jägern bleibt nur eine Notwehr: Lasst solche Tierschützer das Raubzeug doch selber bekämpfen und die Marder mit den streunenden Hauskatzen um Singvögel balgen.

Die staatliche Gänsevergasung bei unseren holländischen Nachbarn ist doch ein schönes Beispiel für die Scheinheiligkeit einer Tierrechte-Euphorie, die keinen Blick mehr hat für die dürftige Logik ihrer Argumente. Waidgerechtigkeit müssen sie auf jeden Fall erst noch lernen. Und Glaubwürdigkeit erst recht.

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