Am liebsten große Kaliber

Wie der CDU-Aufsteiger Philipp Amthor seine Jagdpassion erklärt

Philipp Amthor ist bei weitem nicht der einzige Bundestagsabgeordnete, der die Ruhe des Ansitzes als Ausgleich zum hektischen politischen Treiben in Berlin nutzt. (Beispielbild: Herbert Aust)

Philipp Amthor ist bei weitem nicht der einzige Bundestagsabgeordnete, der die Ruhe des Ansitzes als Ausgleich zum hektischen politischen Treiben in Berlin nutzt. (Beispielbild: Herbert Aust)

Während seine politischen Gegner (und zwar nicht nur die aus den Reihen der Opposition) schon zum Halali blasen, darf Philipp Amthor im „Spiegel“ nachlesen, warum er gerne Böcke schießt. Dass der Jungjäger und CDU-Aufsteiger so bald wieder Reporter auf die Pirsch mitnehmen wird, darf bezweifelt werden. 

Amthor ist zwar noch ziemlich neu in der politischen Bundesliga. Aber regelmäßig laut wie ein alter Hase. Dauer-Talkshow-Gast und immer gut für ausgesprochen konservative Statements. Nur wenn es um essenzielle Jagdthemen geht, haben wir bisher nicht viel von ihm gehört. 

Vielleicht folgt der junge Mann ja nur dem guten Jägerbrauch, nicht mit vorlautem Anfänger-Besserwissen zu nerven. Zur Kompetenz gehört in unseren Kreisen schließlich auch die Erfahrung. Und es wäre kein Schaden, wäre es in der Politik so ähnlich. Dann gäb’s weniger Jagdgegner-Jägerlatein in den Parlamenten. 

Nun hat sich also einer, der es kraft Jägerprüfung besser wissen könnte, selber ins Knie geschossen. Nicht mit seinem Blaser-Repetierer im Kaliber .300 Winchester Magnum, sondern durch nicht ganz gewöhnliche Freundschaftsdienste. Die Wette gilt, dass weniger Vorlaute bei solchen Vorwürfen nicht viel fürchten müssten. Aber einer, der sich im Alter von 27 Jahren anschickt(e), CDU-Vorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern zu werden, muss wohl deutlich vorsichtiger sein. 

Hier interessiert nicht der Lobbyist, sondern der weithin bekannte Jäger. Und wir ahnen: Amthor ist sicher kein Fleischjäger. Sonst wäre die Wahl der ersten (und wohl bisher einzigen) Waffe auf ein wildpretschonenderes Kaliber gefallen. Und Reporter könnten nicht etwas anzüglich berichten, dass es der Herr Amthor halt gerne etwas größer mag. 

Dafür kennt er sich aus mit Traditionen. Vor allem mit der Jägersprache: „Wenn man in eine bayerische Wirtschaft geht und sagt: 'Das schmeckt lecker', dann kann es zu Stirnrunzeln führen. In der Jägersprache ist das nämlich der Begriff für Zunge.“ Stimmt nur bedingt: „Lecker“ gehört im Süden auch außerhalb des jagdlichen Brauchtums zu den Unwörtern. 

Schwamm drüber: Zumindest hat unser Waidgenosse als Jagdgast in einem Wolfsrevier zum Wolf eine für Politiker ziemlich klare Meinung: „Es wird immer wieder gesagt: In Deutschland ist noch kein Mensch durch den Wolf gestorben. Aber wenn es einmal so weit kommen sollte, werden alle fragen: Was hat die Politik dagegen gemacht?“ 

Unser Tipp: Die Karriere-Pause nützen für jagdliches Erleben und jagdliche Erfahrung. Einen mit großer Klappe kann die Jagd im Bundestag durchaus brauchen, wenn sich zur Rhetorik auch noch der Sachverstand gesellt. Zum Beispiel beim aktuellen Ringen um den Wild/Wald-Konflikt. Über das war in der ellenlangen „Spiegel-Reportage“ leider rein gar nichts zu lesen vom Jäger Amthor.

  

Hier der Link zum Nachlesen:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/philipp-amthor-als-jaeger-wenn-man-in-den-wald-geht-muss-man-aufmerksam-sein-a-00000000-0002-0001-0000-000171667060

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